Heimnetzwerke

Strom sparende Heimnetzwerke

Vor etwa sechs bis sieben Jahren war es üblich, dass Computernutzer, die sich einen zweiten Heim-PC zulegten, den alten PC zu einem Heim-Server umfunktionierten und dabei auf einen Hub oder eine Peer-to-Peer-Verbindung zurückgriffen, um über ein Heimnetzwerk auf einen Drucker und ein - zumeist internes - Modem zuzugreifen. Dies funktionierte zwar, doch wurden die Systeme im Laufe der Zeit immer komplexer.

Außerdem war die Energieverwaltung bei dieser Konfiguration ein Fremdwort und die meisten dieser alten Server befanden sich ständig im Betriebsmodus. Nachdem die Server aber bereits bei den geringsten Spannungsschwankungen abzustürzen pflegten, kamen die so genannten USV-Notstromsysteme auf den Markt. Bei der Einführung der Breitband-Internetanschlüsse zu Ende der 90er-Jahre wurde an den alten PC zudem ein ADSL-Modem angeschlossen. Daraufhin wurden neue PCs gekauft und die alten PCs den Kindern zum Spielen überlassen. Der zunehmende Kabelsalat im Haus wurde immer lästiger, doch auch hier ließ die Lösung nicht lange auf sich warten: Ein drahtloses LAN-Host im Hub mit einer Client-WLAN PCI-Karte im alten PC. Und diese Lösung funktioniert noch immer.

Der Nachteil

Größer Nachteil sind die Kosten: So verbraucht jede Netzwerkkomponente mit einer externen Stromversorgung (Modem/Hub oder Router/WLAN-Host) jährlich etwa 40 kWh. Bei einem USV-System (unterbrechungsfreie Stromversorgung) kann der Verbrauch permanent 25 Watt betragen (220 kWh/Jahr). Auch der alte Server, der die meiste Zeit inaktiv, aber selten ausgeschaltet war, könnte mindestens genauso viel verbrauchen (je nach Typ, Energieverwaltung usw.). Alles in allem kann damit ein Heimnetzwerk (ohne PCs und Bildschirme) jährlich 600 kWh oder noch mehr verbrauchen.

Die Lösung

Ist ganz einfach: Führen Sie Ihren alten PC samt Modem, Hub und WiFi-Host der Wiederverwertung zu und kaufen Sie sich ein preisgünstiges Kombi-System (200-300 EUR) aus ADSL-Modem & Firewall, Router, Drucker-Server und WiFi-Host, dessen Verbrauch jährlich lediglich 40 kWh beträgt. Ein solches System hat sich nach zwei bis drei Jahren ausgezahlt. Zudem übersteht ein solches System einen Stromausfall, ohne dass dabei das gesamte Netzwerk einen halben Tag lang repariert werden muss.
Ein USV-System kann zwar für einen Client-Desktop-PC verwandt werden, doch wenn ein Datenverlust schwer wiegende Folgen haben kann (beispielsweise in einem Heimbüro), sollte künftig die Anschaffung eines Notebooks erwogen werden, das ein integriertes, Batterie betriebenes USV-System und eine wesentlich höhere Energieeffizienz aufweist.

Tipps für eingefleischte Stromsparer!

Verbinden Sie zwei besonders Strom sparende ENERGY STAR-konforme Laptops durch ein Peer-to-Peer-Heimnetzwerk (kein Hub), schließen sie eines der beiden an ein USB-ADSL-Modem an (keine externe Stromversorgung, verbraucht einen Bruchteil der 40 kWh!) und verwenden Sie zusätzlich einen ENERGY STAR-konformen Drucker oder ein Mehrzweckgerät (ebenfalls ans Laptop angeschlossen) mit einer guten Energieverwaltung. Dadurch dürfte der Gesamtverbrauch ihrer gesamten EDV-Anlage jährlich unter 130 kWh liegen (20 EUR).

Herzlichen Glückwunsch!

Heimnetzwerk mit 1300 kWh